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Ich habe kürzlich im Fernsehen ein Portrait über den aktuellen NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gesehen. Darin hat der Norweger auch mit einem ausgiebigen Lächeln den Sachverhalt kommentiert, in jungen Jahren in Oslo auf Anti-NATO-Demonstrationen die Auflösung des Bündnisses gefordert zu haben.

In meinen Augen lässt sich diese Anekdote sehr gut auch auf viele andere gesellschaftspolitische Akteure übertragen, da deren Leben nicht immer in zentralen Linien verlaufen und sich Einstellungen und Werthaltungen über die Jahre hinweg weiterentwickeln und verändern.

Frei nach Konrad Adenauer, "keiner kann mir verbieten, klüger zu werden", habe auch ich mich gerade in politischen Fragen in den vergangenen Jahrzehnten durchaus weiterbewegt.

Selbstverständlich gibt es für mich Grundüberzeugungen mit Bestand und Kontinuität, wie z. B. die Achtung der Demokratie und der Menschenrechte. Nichtsdestotrotz kann ich in meinem Leben beobachten, wie sich immer wieder in Einzelbereichen und -fragen die Ansichten und Einstellungen entwickeln und verändern. Waren für mich beispielsweise als Schüler Fragen der Bildungsgerechtigkeit von Bedeutung, standen während meines Studiums wirtschaftspolitische Themen hoch im Kurs. Durch die Geburt meiner Tochter war mir der verantwortungsvolle Umgang mit unserer Erde zentral. Und die Corona-Pandemie hat in mir mein liberales Herz geweckt.

Durch mein jahrelanges politisches Engagement in Parteien konnte ich bislang sehr viel Erfahrungen sammeln sowie das Einmaleins des politischen Handwerkzeuges lernen. Dabei war es für mich immer besonders spannend, mit höchst interessanten Menschen zusammenzutreffen.

Ich war Ortsvorsitzender der Grünen mit nur 8 Mitgliedern und auch Bezirksvorsitzender der Jungen Union Schwaben mit weitaus mehr als 3000 Mitgliedern. Ich durfte Veranstaltungen zur Windenergie mit 5 Teilnehmern organisieren, aber auch die Landesversammlung der Jungen Union Bayern mit fast 1000 Delegierten, Besuchern, Sponsoren und Gästen. Ich durfte in Wahlkämpfen von Land-, Bundes- und Europaabgeordneten mitplanen und -wirken, Kandidatinnen und Kandidaten für Gemeinderatslisten finden sowie meine eigenen Wahlkämpfe für den Kreistag organisieren.

Darüberhinaus habe ich mich auch an anderer Stelle ehrenamtlich eingebracht, so z. B. als stellv. Landesvorsitzender der Jungen Europäer Bayern oder auch als Jugendschöffe am Landgericht Augsburg.

Besonders intensiv waren für mich meine 13 Jahre im Kreistag des Landkreises Augsburg, die ich selbstbestimmt im Oktober 2021 beendet habe. In unterschiedlichen Funktionen und Ämtern habe ich die Vorteile der Kommunalpolitik, direkt vor Ort Entscheidungen zu treffen, deren Konsequenz man unmittelbar bemerken kann, schätzen gelernt. So war mir als Lehrer beispielsweise die Arbeit im Schul-, Bildungs- und Kulturausschuss immer eine Herzensangelegenheit und als Verwaltungsrat der Wertachkliniken Bobingen und Schwabmünchen habe ich nicht nur bei der Bestellung von Chef- und Oberärzten mitgewirkt, sondern auch bis zuletzt für den Erhalt der Geburtenstation gekämpft. Da wären wir aber dann auch bei den Nachteilen der Kommunalpolitik: Das Ausbaden von Entscheidungen von „denen da oben“, die manchmal mit den Realitäten vor Ort wenig gemein haben und daher frustrieren - und schlussendlich zum Abmelden des Kreißsaals geführt haben.

Am 10. Mai 2022 wurde ich in meiner neuen Heimat im Landkreis Biberach als Beisitzer in den FDP-Kreisvorstand gewählt. Zudem engagiere ich mich künftig im Landesfachausschuss "Internationale Politik".