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Persönliche Erklärung zur Geburtshilfe in Schwabmünchen

Nachdem ich mich in der Vergangenheit bereits immer wieder in den sozialen Medien und auf meiner Homepage zur Situation der Geburtshilfe in Schwabmünchen geäußert habe, erachte ich es als meine Pflicht, nun Stellung zu beziehen.

Ich bin tief bestürzt über die öffentliche Verlautbarung, die Geburtshilfe in Schwabmünchen ab dem 1. Januar 2020 bis auf Weiteres vollständig abzumelden. Die Situation ist zwar hochkomplex und aufgrund meiner Verschwiegenheitspflicht als Verwaltungsrat darf ich keine Interna aus nicht-öffentlichen Sitzungen Preis geben, aber selbst meine größten Kritiker werden nie einen Beleg dafür finden, ich hätte je aufgehört inständig daran zu glauben, die Geburtshilfe in Schwabmünchen sei zu retten. Alle Mühen und Anstrengungen hatten aber immer nur dann eine realistische Chance, solange alle Akteure und Entscheider an einem Strang zogen und an eine Rettung glaubten.

Leider ist es nun anders gekommen, wie gewünscht. Vertraulichen Informationen von Mitarbeitern der Klinik in Schwabmünchen nach wird intern längst kommuniziert, dass die „bis-auf-Weiteres-Schließung“ eine „für-immer-Schließung“ ist. Dir Räumlichkeiten des Kreißsaals sind bereits leer geräumt und von anderen Fachdisziplinen in Beschlag genommen worden.

Diejenigen, die es nicht gut mit mir gemeint haben, haben mir stets parteipolitisches Verhalten beim Versuch der Rettung vorgeworfen. Im Flurfunk der Klinik höre ich jedoch immer stärker die Vermutung, man sitze die Sache jetzt bis zu den Kommunalwahlen am 15. März 2020 einfach aus. Danach besäße man die Chuzpe zu verkünden, die Geburtshilfe in Schwabmünchen für immer zu schließen.

Ich danke allen unermüdlichen Kämpfern, alles übrigens vornehmlich Frauen, die sich in den letzten Monaten ehrenamtlich mit Belegärzten getroffen, mit Hebammen gesprochen und verhandelt, mit der Kassenärztlichen Vereinigung diskutiert und Konzepte für die Wiederaufnahme der originären Geburtshilfe erstellt haben. Dass sich diese jetzt vor den Kopf gestoßen fühlen ist für mich mehr als verständlich.

Mein geburtshilflicher Abschiedsgruß geht zum Jahreswechsel Richtung München und Berlin. Was dort „geleistet“ wird geht zu Lasten der kleinen Krankenhäuser und ist eigentlich – gelinde gesagt – eine Frechheit. Die Großpolitik möchte keine kleinen Häuser mehr. Bislang kenne ich wenig Patienten, die das genauso sehen.

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