Grüne kritisieren Aufspaltung des Beruflichen Schulzentrums Neusäß

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„Einsame Entscheidung im Hinterzimmer getroffen“

Landkreis Augsburg – „Von der Nachricht, dass das Berufliche Schulzentrum Neusäß (BSZN) mit dem Ausscheiden des aktuellen Schulleiters Jürgen Wunderlich zum 1. August aufgespalten wird, waren wir aus dreierlei Gesichtspunkten geschockt“, sagt der grüne Landtagsabgeordnete Maximilian Deisenhofer.

„Die Schulfamilie ist erst vor gut zwei Jahren in den Neubau eingezogen. Der Neubau ist aber überhaupt nicht für zwei getrennte Schulen geplant. In Neusäß gibt es daher beispielsweise nur ein Büro für einen Schulleiter, nur ein EDV-Netz für die Schulfamilie und ein Lehrerzimmer“, erklärt der grüne Kreisrat Alexander Kolb, der selbst am BSZN unterrichtet.

Ab dem 1. August erfordert der unvermittelte Beschluss des Staatsministeriums, dass viele Strukturen in kürzester Zeit ein zweites Mal geschafft werden müssen. Und das, wo das Schulhaus aktuell schon an seine Grenzen gelangt und einige Klassen im Justus-von-Liebig-Gymnasium untergekommen sind. „Eine nachhaltige Planung sieht auf jeden Fall anders aus. Die Schule hatte vor zwei, drei Jahren zu Spitzenzeiten der Flüchtlingsbewegung in Bayern deutlich mehr Studierende als heute. Die Argumentation der Teilung aufgrund der vielen Schülerinnen und Schüler hätte das Ministerium schon viel früher ins Spiel bringen müssen – zu einer Zeit, wo man baulich noch hätte nachjustieren können“, so Kolb.

„Was mich persönlich darüber hinaus sehr ärgert, sind die Ergebnisse unserer Anfragen, die wir Grüne zum einen an den Landrat Martin Sailer sowie zum anderen an das Bayerische Kultusministerium gestellt haben. Die Entscheidung zur Aufspaltung wurde in München in Hinterzimmern getroffen. Der Sachaufwandsträger Landkreis Augsburg wurde zu keinem Zeitpunkt gefragt“, beklagt Deisenhofer.

„Das ist einfach ein Unding. Jeder Euro, der nun aufgrund der Aufspaltung ausgegeben werden muss, muss im Sinne der Konnexität von München bezahlt werden. Das Ministerium hat uns das aufgebürdet, also müssen sie die Mehrkosten auch bezahlen“, fordert Silvia Daßler, Vorsitzende der grünen Kreistagsfraktion aus Neusäß.

„Zu guter Letzt blutet einem das Herz aufgrund der vielen Menschen vor Ort. Da wird eine intakte Schulfamilie aufgrund einer einsamen Entscheidung in München auseinandergerissen. Ein engagiertes Kollegium, das seit Jahrzehnten Höchstleistungen bietet, weiß heute noch nicht, wie es genau im September weitergehen wird“, so Deisenhofer. „Bekannt ist lediglich, dass Lehrerinnen und Lehrer, die an beiden Schularten Berufsschule sowie Fachoberschule oder Berufsoberschule unterrichten, künftig ihre Gastspiele zurückfahren müssen“, berichtet Kolb. „Die Stärke von Beruflichen Schulzentren war bislang immer die Nutzung von vielen Synergien zwischen den Schularten. Auch haben die Schülerinnen und Schüler von der Durchlässigkeit in einem Haus immer profitiert. Wir werden genau beobachten, wie es ab dem 1. August weitergeht“, so Daßler abschließend.

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