Unser aller Ziel muss der Erhalt der Geburtshilfe in Schwabmünchen sein

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Schwabmünchen/Landkreis Augsburg – Das Ergebnis der Diskussion im Kreistag zur Situation der Geburtshilfe im Landkreis Augsburg (wir berichteten) ist doch für viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreissüden eine Hiobsbotschaft. Die Wertachkliniken Schwabmünchen werden vom 28. März, 6 Uhr, bis 9. April, 6 Uhr, die Geburtshilfe abmelden, da schlicht und ergreifend zu wenige Hebammen verfügbar sind, um einen geordneten Dienst zu garantieren. „Das ist wahrlich ein tiefgreifender Einschnitt für Schwabmünchen und ich frage mich, wann denn die Verantwortlichen der Klinik mit diesem Wissen an die Öffentlichkeit gegangen wären, hätte nicht die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen diesen Bericht im Kreistag dankenswerterweise eingefordert“, so Maximilian Deisenhofer, Landtagskandidat. „Uns Grünen geht es nicht darum, irgendjemanden den Schwarzen Peter zuzuschieben, aber wir brauchen jetzt ein schnelles, gemeinsames Handeln aller Verantwortlichen, damit diese vorübergehende Abmeldung einmalig bleibt und die Geburtshilfe in Schwabmünchen dauerhaft erhalten werden kann“, so Alexander Kolb, Kreisrat aus Schwabmünchen. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten jetzt zurecht schnelle Lösungen, denn das Unbehagen ist groß. Mir ist schon zu Ohren gekommen, dass versucht wird, eine Bürgerinitiative zu gründen“, so Kolb.

Kurzfristig gibt es für Schwabmünchen nur eine Lösung: Es werden dringend zusätzliche Hebammen benötigt, um die verbliebenen Hebammen zu entlasten und einen geordneten Dienst im Kreißsaal zu garantieren. „Bis dahin werden wir mit unkonventionellen Lösungen leben müssen“, so Kolb weiter, „denn die verbliebenen Hebammen arbeiten aktuell bis an die Schmerzgrenze der Belastung und schieben einen Berg an Stunden vor sich her“, so Kolb. „Im Übrigen kenne ich keine Hebamme, der die aktuelle Lage nicht unter die Haut geht. Es schmerzt einfach“, so Kolb weiter. „Langfristig“, und da sind sich Deisenhofer und Kolb einig, „brauchen wir aber durch die Bundes- und Landespolitik neue Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe. Da hat man sich wie in der Pfege viel zu lange weggeduckt“. „Denn wenn sich jahrelang die Arbeitsbedingungen von Hebammen nur verschlechtern, dann braucht man sich einfach nicht zu wundern, wenn diesen Job keiner mehr machen möchte,“ so Alexander Kolb weiter. „Bislang ist dieser Trend in seiner vollen Wucht immer an unsere Region vorbeigegangen – aber jetzt schlägt diese Problematik auch bei uns voll durch“, so Deisenhofer weiter. „Diese Entwicklung fällt aber nicht vom Himmel und war leider auch in Schwabmünchen absehbar. Alle Verantwortlichen müssen sich daher fragen, was man hätte besser machen können, damit es nicht soweit gekommen wäre“, so Alexander Kolb. Ein erster Anfang dazu bietet sich wohl in einer nichtöffentlichen Sondersitzung des Verwaltungsrates am kommenden Mittwoch, den 28. März.
„Die Bevölkerung erwartet auch im ländlichen Raum völlig zurecht eine umfassende und wohnortnahe medizinische Versorgung.“, sind sich die beiden Grünen einig, „und dazu gehört auf jeden Fall auch eine Geburtsstation!“ „Abgesehen davon ginge durch den Verlust einer Geburtsstation auch für viele zukünftige Schwabmünchener ein kleines Stück Identität verloren, wenn im Personalausweis dann nicht mehr ihre Heimatstadt als Geburtsort eingetragen ist“, so Deisenhofer abschließend.

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