Das Thema Fahrradverkehr ist in der Politik noch nicht angekommen

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v.l.n.r.: Alexander Kolb, Johann Pfänder, Manfred Neun, Margit Stapf, Helmut Stapf sowie Agnes Zimmermann
v.l.n.r.: Alexander Kolb, Johann Pfänder, Manfred Neun, Margit Stapf, Helmut Stapf sowie Agnes Zimmermann

Aktive Mobilität ist ein Menschenrecht und ein Stück Lebensqualität

Schwabmünchen – „Das Fahrradfahren hat in der Freizeit in den letzten Jahren einen unheimlich positiven Imagewandel vollzogen. Wie viel Platz aber dem Fahrradverkehr gegeben wird zeigt, dass dieses Thema in der Politik noch nicht angekommen ist“, so Manfred Neun, Präsident des europäischen Fahrradverbandes (ECF). Dies sei umso erstaunlicher, da ein gestiegener Fahrradverkehr Teil der Verkehrswende darstellen muss, ohne die kein Weg zur Energiewende führen wird.

Manfred Neun, der seine Fahrradkonzepte schon vor den Vereinten Nationen vorstellen durfte, spricht davon, dass die aktive Mobilität, zu der das Fahrradfahren gezählt werden darf, ein weltweit anerkanntes Menschenrecht sei. Gerade die Kinder können sich heute nicht mehr so frei bewegen wie früher. Die UN-Charta von Vancouver garantiert daher gerade den Kindern ein Recht auf aktive Mobilität. „Und was für Kinder gut ist, kann für den Erwachsenen ja nicht schlecht sein“, führt Manfred Neun weiter aus.

Darauf angesprochen, was man in Schwabmünchen verbessern könnte, stellte Manfred Neun die von internationalen Stadt- und Verkehrsplanern entwickelten drei Bedingungen vor: Zum Einen muss ein sinnvolles Radverkehrskonzept den Bürgern es ermöglichen, Raum zum Fahrradfahren zu erhalten. Außerdem erhält der Schutz der Fahrradfahrer in der Planung höchstmögliche Priorität. Zuletzt stellt die Beteiligung aller Bürger eine Grundbedingung dar.
In der Schweiz werden heute schon aufgrund der Gesetzeslage dreierlei Verkehrsarten bei der Planung berücksichtigt: Der Motorverkehr, der öffentliche Verkehr sowie die aktive Mobilität, wie Fahrrad fahren und als Fußgänger unterwegs sein. Deutschland befindet sich in Sachen aktive Mobilität noch in einem Dornröschenschlaf; ein Zustand, den Manfred Neun verändern möchte.

Nachdem 42 % aller Fahrten in Schwabmünchen beginnen und enden, besteht hier erhebliches Potential, aktive Mobilität zu beleben. Dazu müsste die Neue Mitte öffentliche Räume schaffen, wo sich Fußgänger, Fahrradfahrer und Autos gleichberechtigt bewegen können. Die Kanalisierung von Fußgänger, Radlern und Autos führt spätestenz an Kreuzungen zu Gefahrenstellen, die es gilt, im Stadtgebiet zu beseitigt. Außerdem müssten die Wegnetze ausgebaut sowie die Elektromobilität vorangetrieben werden. „Gerade die Geschäfte in der Innenstadt könnten davon profitieren, wenn dort eine Belebung einsetzen würde“, so Manfred Neun weiter. „Andernorts sind die Umsätze nach einer Verkehrsberuhigung auch nicht zurückgegangen“.

„Als künftige Stadtratsfraktion in Schwabmünchen werden wir beantragen, Haushaltsmittel für eine Machbarkeitsstudie bereitzustellen. Schwabmünchen muss fahrradfreundlicher werden – mit einem sinnvollen Radverkehrswegekonzept wäre ein Anfang gemacht“, so Agnes Zimmermann und Alexander Kolb, Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Schwabmünchen.

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